Rosh Hashanah 4

Kapitel 4

א יוֹם טוֹב שֶׁל רֹאשׁ הַשָּׁנָה שֶׁחָל לִהְיוֹת בְּשַׁבָּת, בַּמִּקְדָּשׁ הָיוּ תוֹקְעִים, אֲבָל לֹא בַמְּדִינָה. מְשֶּׁחָרַב בֵּית הַמִּקְדָּשׁ, הִתְקִין רַבָּן יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי, שֶׁיְּהוּ תּוֹקְעִין בְּכָל מָקוֹם שֶׁיֶּשׁ בּוֹ בֵית דִּין. אָמַר רַבִּי אֶלְעָזָר, לֹא הִתְקִין רַבָּן יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי אֶלָּא בְיַבְנֶה בִּלְבָד. אָמְרוּ לוֹ, אֶחָד יַבְנֶה וְאֶחָד כָּל מָקוֹם שֶׁיֶּשׁ בּוֹ בֵית דִּין:
1 Wenn der Feiertag des Jahresanfangs auf den Schabbat fiel, blies man an heiliger Stätte, aber nicht in der Provinz. Nachdem das heilige Haus zerstört worden, führte Rabban Joḥanan ben Zakkai ein, dass man an jedem Orte blase, an dem sich ein Gerichtshof befindet. Rabbi Eli‘ezer sagte, Rabban Joḥanan ben Zakkai hätte diese Einrichtung nur für Jabne allein getroffen; man entgegnete ihm aber: Es ist gleich, ob Jabne oder irgend ein anderer Sitz eines Gerichtshofes.
ב וְעוֹד זֹאת הָיְתָה יְרוּשָׁלַיִם יְתֵרָה עַל יַבְנֶה, שֶׁכָּל עִיר שֶׁהִיא רוֹאָה וְשׁוֹמַעַת וּקְרוֹבָה וִיכוֹלָה לָבֹא, תּוֹקְעִין. וּבְיַבְנֶה לֹא הָיוּ תוֹקְעִין אֶלָּא בְּבֵית דִּין בִּלְבָד:
2 Und auch insofern hatte Jerusalem einen Vorzug vor Jabne, dass in jeder Ortschaft, in der man es sah und hörte und nahe war und die Möglichkeit hinzugelangen hatte, geblasen wurde, während man in Jabne nur im Gerichtshofe allein blies.
ג בָּרִאשׁוֹנָה הָיָה הַלּוּלָב נִטָּל בַּמִּקְדָּשׁ שִׁבְעָה, וּבַמְּדִינָה יוֹם אֶחָד. מִשֶּׁחָרַב בֵּית הַמִּקְדָּשׁ, הִתְקִין רַבָּן יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי שֶׁיְהֵא לוּלָב נִטָּל בַּמְּדִינָה שִׁבְעָה זֵכֶר לַמִּקְדָּשׁ, וְשֶׁיְּהֵא יוֹם הָנֵף כֻּלּוֹ אָסוּר:
3 Anfangs wurde der Feststrauss im Heiligtume sieben Tage und in der Provinz nur einen Tag genommen. Nach der Zerstörung des heiligen Hauses ordnete Rabban Joḥanan ben Zakkai an, dass der Feststrauss in der Provinz sieben Tage zur Erinnerung an das Heiligtum genommen werde und dass der ganze Tag der Schwingung dem Verbote unterliege.
ד בָּרִאשׁוֹנָה הָיוּ מְקַבְּלִין עֵדוּת הַחֹדֶשׁ כָּל הַיּוֹם. פַּעַם אַחַת נִשְׁתַּהוּ הָעֵדִים מִלָּבֹא, וְנִתְקַלְקְלוּ הַלְוִיִּם בַּשִּׁיר. הִתְקִינוּ שֶׁלֹּא יְהוּ מְקַבְּלִין אֶלָּא עַד הַמִּנְחָה. וְאִם בָּאוּ עֵדִים מִן הַמִּנְחָה וּלְמַעְלָה, נוֹהֲגִין אוֹתוֹ הַיּוֹם קֹדֶשׁ וּלְמָחָר קֹדֶשׁ. מִשֶּׁחָרַב בֵּית הַמִּקְדָּשׁ הִתְקִין רַבָּן יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי, שֶׁיְּהוּ מְקַבְּלִין עֵדוּת הַחֹדֶשׁ כָּל הַיּוֹם. אָמַר רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ בֶּן קָרְחָה, וְעוֹד זֹאת הִתְקִין רַבָּן יוֹחָנָן בֶּן זַכַּאי, שֶׁאֲפִלּוּ רֹאשׁ בֵּית דִּין בְּכָל מָקוֹם, שֶׁלֹּא יְהוּ הָעֵדִים הוֹלְכִין אֶלָּא לִמְקוֹם הַוָּעַד:
4 Anfangs nahm man die Zeugenaussage über den Neumond den ganzen Tag entgegen. Einst verzögerte sich die Ankunft der Zeugen, wodurch sich die Leviten hinsichtlich des Gesanges eines Verstosses schuldig machten; daher führte man ein, dass man sie nur bis zum Spätnachmittag entgegennehme. Wenn nun die Zeugen erst nach Beginn des Spätnachmittags kamen, hielt man diesen Tag heilig und auch den folgenden heilig. Nach der Zerstörung des heiligen Hauses verordnete Rabban Joḥanan ben Zakkai, dass man die Zeugenaussage über den Neumond den ganzen Tag entgegennehme. Rabbi Josua ben Ḳorḥa sagte: Auch folgende Einrichtung hat Rabban Joḥanan ben Zakkai getroffen: Wo immer das Oberhaupt des Gerichtshofes sich befindet, die Zeugen begeben sich doch nur nach dem Orte der Zusammenkunft.
ה סֵדֶר בְּרָכוֹת, אוֹמֵר אָבוֹת וּגְבוּרוֹת וּקְדֻשַּׁת הַשֵּׁם, וְכוֹלֵל מַלְכוּיוֹת עִמָּהֶן, וְאֵינוֹ תוֹקֵעַ. קְדֻשַּׁת הַיּוֹם, וְתוֹקֵעַ. זִכְרוֹנוֹת, וְתוֹקֵעַ. שׁוֹפָרוֹת, וְתוֹקֵעַ. וְאוֹמֵר עֲבוֹדָה וְהוֹדָאָה וּבִרְכַּת כֹּהֲנִים, דִּבְרֵי רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן נוּרִי. אָמַר לוֹ רַבִּי עֲקִיבָא, אִם אֵינוֹ תוֹקֵעַ לַמַּלְכוּיוֹת, לָמָּה הוּא מַזְכִּיר. אֶלָּא אוֹמֵר אָבוֹת וּגְבוּרוֹת וּקְדֻשַּׁת הַשֵּׁם, וְכוֹלֵל מַלְכוּיוֹת עִם קְדֻשַּׁת הַיּוֹם, וְתוֹקֵעַ. זִכְרוֹנוֹת, וְתוֹקֵעַ. שׁוֹפָרוֹת, וְתוֹקֵעַ. וְאוֹמֵר עֲבוֹדָה וְהוֹדָאָה וּבִרְכַּת כֹּהֲנִים:
5 Was die Ordnung der Benediktionen betrifft, so spricht man die Gebete über die Väter, die Wundertaten, die Heiligkeit Gottes, und verbindet mit ihnen das Huldigungsgebet, ohne zu blasen; hierauf die Gebete über die Heiligkeit des Tages, wobei man bläst, über die Vorsehung, wobei man wiederum bläst, über den Schofar, wobei man ebenfalls bläst; zuletzt das Gebet über den Opferdienst, das Dankgebet, den Priestersegen. So die Worte des Rabbi Joḥanan ben Nuri; Rabbi ‘Aḳiba aber sagte zu ihm: Wenn man beim Huldigungsgebet nicht bläst, wozu trägt man es vor? Man spricht vielmehr die Gebete über die Väter, die Wundertaten und die Heiligkeit Gottes, verbindet dann das Huldigungsgebet mit dem über die Heiligkeit des Tages und bläst, spricht das Gebet über die Vorsehung und bläst, über den Scholar und bläst, wonach man mit dem Gebete über den Opferdienst, dem Dankgebete und dem Priestersegen schliesst.
ו אֵין פּוֹחֲתִין מֵעֲשָׂרָה מַלְכוּיוֹת, מֵעֲשָׂרָה זִכְרוֹנוֹת, מֵעֲשָׂרָה שׁוֹפָרוֹת. רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן נוּרִי אוֹמֵר, אִם אָמַר שָׁלשׁ שָׁלשׁ מִכֻּלָּן, יָצָא. אֵין מַזְכִּירִין זִכָּרוֹן מַלְכוּת וְשׁוֹפָר שֶׁל פֻּרְעָנוּת. מַתְחִיל בַּתּוֹרָה וּמַשְׁלִים בַּנָּבִיא. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, אִם הִשְׁלִים בַּתּוֹרָה, יָצָא:
6 Man trägt nicht weniger als zehn Huldigungsverse, zehn Vorsehungsverse, zehn Schofarverse vor. Rabbi Joḥanan ben Nuri meint: Wenn man je drei von allen gesagt hat, so hat man der Pflicht genügt. Man führt keinen Vorsehungs- Huldigungs- oder Schofarvers an, der von einem Strafgericht handelt. Man beginnt mit der Tora und schliesst mit den Propheten; Rabbi Jose meint: Wenn man mit der Tora geschlossen hat, so hat man der Pflicht genügt.
ז הָעוֹבֵר לִפְנֵי הַתֵּבָה בְּיוֹם טוֹב שֶׁל רֹאשׁ הַשָּׁנָה, הַשֵּׁנִי מַתְקִיעַ. וּבִשְׁעַת הַהַלֵּל, רִאשׁוֹן מַקְרֵא אֶת הַהַלֵּל:
7 Tritt man vor die Lade, so lässt am Neujahrsfeiertage der zweite blasen, zur Zeit des Hallel dagegen der erste das Hallel lesen.
ח שׁוֹפָר שֶׁל רֹאשׁ הַשָּׁנָה, אֵין מַעֲבִירִין עָלָיו אֶת הַתְּחוּם, וְאֵין מְפַקְּחִין עָלָיו אֶת הַגַּל, לֹא עוֹלִין בְּאִילָן, וְלֹא רוֹכְבִין עַל גַּבֵּי בְהֵמָה, וְלֹא שָׁטִין עַל פְּנֵי הַמַּיִם, וְאֵין חוֹתְכִין אוֹתוֹ בֵּין בְּדָבָר שֶׁהוּא מִשּׁוּם שְׁבוּת, וּבֵין בְּדָבָר שֶׁהוּא מִשּׁוּם לֹא תַעֲשֶׂה. אֲבָל אִם רָצָה לִתֵּן לְתוֹכוֹ מַיִם אוֹ יַיִן, יִתֵּן. אֵין מְעַכְּבִין אֶת הַתִּינוֹקוֹת מִלִּתְקוֹעַ, אֲבָל מִתְעַסְּקִין עִמָּהֶן עַד שֶׁיִּלְמְדוּ. וְהַמִּתְעַסֵּק, לֹא יָצָא, וְהַשּׁוֹמֵעַ מִן הַמִּתְעַסֵּק, לֹא יָצָא:
8 Wegen des Neujahrsschofar darf man weder die Schabbatgrenze überschreiten, noch einen Steinhaufen lichten, weder auf einen Baum steigen, noch auf Vieh reiten, noch auf dem Wasser schwimmen; auch darf man ihn nicht zurecht schneiden, sei es in einer das Ruhegebot verletzenden, sei es in einer gegen ein Verbot verstossenden Weise. Will aber jemand Wasser oder Wein hineingiessen, mag er es tun. Man wehrt den Kindern nicht, wenn sie blasen, beschäftigt sich vielmehr mit ihnen, bis sie es lernen. Ein so Beschäftigter genügt damit noch nicht seiner Pflicht; auch wer einem so Beschäftigten zuhört, hat damit seine Pflicht noch nicht erfüllt.
ט סֵדֶר תְּקִיעוֹת, שָׁלשׁ, שֶׁל שָׁלשׁ שָׁלשׁ. שִׁעוּר תְּקִיעָה כְּשָׁלשׁ תְּרוּעוֹת. שִׁעוּר תְּרוּעָה כְּשָׁלשׁ יְבָבוֹת. תָּקַע בָּרִאשׁוֹנָה, וּמָשַׁךְ בַּשְּׁנִיָּה כִשְׁתַּיִם, אֵין בְּיָדוֹ אֶלָּא אֶחָת. מִי שֶׁבֵּרַךְ וְאַחַר כָּךְ נִתְמַנָּה לוֹ שׁוֹפָר, תּוֹקֵעַ וּמֵרִיעַ וְתוֹקֵעַ שָׁלשׁ פְּעָמִים. כְּשֵׁם שֶׁשְּׁלִיחַ צִבּוּר חַיָּב, כָּךְ כָּל יָחִיד וְיָחִיד חַיָּב. רַבָּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, שְׁלִיחַ צִבּוּר מוֹצִיא אֶת הָרַבִּים יְדֵי חוֹבָתָן:
9 Die Ordnung der Schofartöne erfordert dreimal je drei. Das Zeitmass der gedehnten Töne entspricht dem von drei schmetternden, das Zeitmass eines schmetternden dem von drei Klagetönen. Hat man den ersten Ton geblasen und beim zweiten ein doppeltes Zeitmass eingehalten, so gilt er doch nur für einen. Hat jemand die Segenssprüche vollendet, und dann erst gelangt ein Schofar in seine Hände, so bläst er einen gedehnten, einen schmettern den und wieder einen gedehnten Ton dreimal. Wie der Gemeindevertreter verpflichtet ist, so ist auch jeder einzelne verpflichtet. Rabban Gamliel meint, der Gemeindevertreter enthebe die Gesamtheit ihrer Pflicht.